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Kann der Frieden gewonnen werden?

Aktualisiert: 21. Juli 2025

Gesellschaftspolitischer Salon in der KulturMarktHalle


Aufgrund der tägliche Kriegsberichterstattung scheint Frieden weiter entfernt denn je. Es wird viel diskutiert über die Höhe der Aufrüstung und die Menge an Waffenlieferungen, jedoch wenig besprochen, ob wir auf diesem Weg Frieden erreichen können. Im Gesellschaftspolitischen Salon der KulturMarktHalle haben wir uns noch einmal grundsätzlich mit dem Thema auseinandergesetzt. In Anlehnung an Yoko Onos Zitat „Peace is Power“ haben wir mit vier Referent*innen über ihre Sicht gesprochen, wie der Frieden gewonnen werden kann. Einige Aussagen haben wir hier zusammengefasst.



Sandra Kostner, Migrationswissenschaftlerin, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd:

"Das man die Verteidigungsfähigkeit stärken möchte, ist nachvollziehbar. Aber wir sprechen häufig nicht mehr von Verteidigungsfähigkeit sondern von Kriegstüchtigkeit. Verteidigung bedeutet Abschreckung. Aber Kriegstüchtigkeit inkludiert auch den Angriffskrieg. Die aktuelle Rhetorik und die Finanzen, die jetzt reingesteckt werden, das macht für mich nicht allzu viel Sinn, wenn wir über Verteidigungsfähigkeit sprechen: 5 Prozent des deutschen BIP, das entspricht fast der Hälfte des Bundeshaushalts."



Juliane Hauschulz, Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkriegs:

Wir müssen uns immer wieder klar machen, dass wir eigentlich aus der Rüstungsspirale rauswollen. Wir können nicht immer weiter und immer mehr Geld in Aufrüstung stecken und nötige Reformen und andere Themen dabei aus dem Blick verlieren, beispielsweise die Klimakrise. Wir vergessen die Klimakrise nicht nur, sondern heizen sie sogar an: Die Aufrüstung der Nato wird zu höherem Treibhausgasaustoß führen. Das sind Tatsachen, die nicht mitdiskutiert werden.



Ingar Solty, Buchautor: „Der postliberale Kapitalismus – Renationalisierung. Krise. Krieg“

"Die Regierung spricht von einer Zeitenwende: Man habe sich immer ausgeruht auf dem Schutzschirm der USA; die Bundeswehr wurde kaputtgespart; aber jetzt würde die Gesellschaft andere Prioritäten setzen. Wenn das so wäre, müsste man ja annehmen, dass dieser Zeitenwende ein gesellschaftlicher Diskurs vorausging: In den Gewerkschaften, Hochschulen, Schulen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Sozialverbänden… - ist ja aber nichts passiert! Nicht mal im Parlament hat eine Willensbildung stattgefunden."



Anne Menzel, Institut für Friedenforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg:

"Warum weniger Menschen für Frieden demonstrieren hat aus meiner Sicht damit zu tun: Ich beobachte eine Projektierung und Professionalisierung sozialer Bewegungen. Und ich erlebe junge Menschen so, dass sie sehr genau hinschauen, wie sie ihre Zeit investieren, denn sie haben große Angst nicht genug qualifiziert zu sein und arbeitslos zu werden und dann machen sie lieber ein Praktikum anstatt sich für Frieden zu engagieren."



Jochen Gester, Friedensaktivist, IG Metall Berlin:

"Gewerkschaften müssen sich in der Rüstungsfrage politische positionieren und auch gegenüber ihren eigenen Mitgliedern das Thema nicht nur von der Warte des Arbeitsplatzbesitzes oder -verlustes her beurteilen. Weil das ist keine Bananenproduktion, sondern hier geht es um Waffensysteme die Menschen vernichten, die ganze Gesellschaften ausrotten können."


Der Gesellschaftspolitische Salon ist das politische Format in der KulturMarktHalle. Zu aktuellen und virulenten Themen laden wir Expert*innen ein. Unsere Nachbar*innen aus dem Mühlenkiez (und darüber hinaus) können die Referent*innen befragen und mitdiskutieren. Wir schaffen den Rahmen für eine offene und respektvolle Debatte. Unser Motto dabei ist: Miteinander statt übereinander reden.


Der Gesellschaftspolitische Salon findet wieder im September und im November 2025 statt.

 
 
 

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